Seit meiner Pensionierung im Herbst 2004 befinde ich mich in einem ständigen
Spannungsfeld meiner Interessenlage zwischen Theoretischer Meteorologie, meinem
ehemaligen beruflichen Tätigkeitsfeld, und Theoretischer Physik, was ich im
Hauptfach studiert habe und deren Wiederbelebung mir die Gelegenheit gibt, mein
schon in der Kindheit gewecktes und nie erloschenes Interesse für Kosmologie und
für die atomare und subatomare Welt wieder aufleben zu lassen.
Nach 33 Jahren Physik der Atmosphäre, der Physik eines äußerst
interessanten physikalischen Systems, an dem man wohl am besten studieren kann,
was Komplexität, Nichtlinearität und Vernetzung bedeutet, widme ich mich nun auch
wieder meiner schon in Kindheitstagen entflammten Leidenschaft für Astronomie
und Weltraum, aber auch für die „kleinsten“ Dinge, aus meiner damaligen Sicht
die Atome aus Atomkern und Elektronen.
Ich sah in meiner frühen Schulzeit sogar eine Verbindung
zwischen den atomaren und den
astronomischen Größenpolen: Dass die Elektronen „ebenso“ um den Atomkern
kreisen wie die Planeten um die Sonne, das konnte für mich kein Zufall sein! Hier
musste ein tiefer Zusammenhang bestehen. Ich hatte auch „erwogen“, dass sich
das Spiel nach „oben und unten“ hin immer weiter fortsetzt. Dann sind die Elektronen
des Atoms Planeten, auf denen Menschen leben können, die wiederum aus noch viel
kleineren aber äquivalent gebauten Atomen bestehen, welche diese Menschen in ihrer
Atomphysik entdeckt haben. Diese Menschen in der kleineren Skala könnten über
die Möglichkeit nachdenken, dass es „uns“ in der größeren Skala gibt, so wie „wir“
über die Möglichkeit nachdenken können, dass all unsere Sonnensysteme auch nur Atome
einer noch größeren Welt sind.
Heute würde ich diese „Theorie“, wenn sie nicht ganz so abwegig wäre, eine
Theorie der Selbstähnlichkeit oder eine Theorie der Skaleninvarianz oder der
fraktalen Strukturen nennen. Ich wusste damals weder, dass man eine solche
Selbstähnlichkeit in der Natur einmal tatsächlich entdecken würde, (Stichwort
Chaostheorie, 1963 von dem Meteorologen Lorenz ins Spiel gebracht), noch wusste
ich, dass man diesen Begriff dann auf meine Atom- und Planetensysteme nicht anwenden kann. Dass sich diese kindliche Vorstellung in der
Schule und im Physikstudium ganz und gar nicht bestätigte, hat mein Interesse
für das Kleine und das Grosse nicht gemindert. Vielmehr wurde es noch angeheizt
durch neue Begriffe wie Quanten, Quarks, Vakuumfluktuationen usw. für das
Kleine, sowie Raumzeitkrümmung, dunkle Materie und dunkle Energie usw. für das
Grosse. Und wenn man doch das Kleine
und das Grosse unter einen Hut bringen will
- wenn auch nicht im Rahmen meiner Selbstähnlichkeit - dann kommen
weitere Begriffe ins Spiel wie Quantengravitation, String -Theorie, Loop
-Theorie, Raumzeitschaum usw. Obwohl Theorien, die mit diesen Begriffen arbeiten, den gemeinsamen Hut für Groß und Klein
noch nicht gefunden haben, muss man hier weiterforschen, wenn man die
Absicht hat, auch den Urknall oder die Zentren der Schwarzen Löcher
physikalisch zu beschreiben.
An die aktive Forschungsfront werde ich in keinem der aufgezählten
nichtmeteorologischen Gebiete der Physik mehr gelangen. Meine ernsthafte Beschäftigung mit solchen
Themen ruhte zwischen 1971 und 2004, zwischen dem Ende meines Physikstudiums
und meiner Pensionierung. Folglich bewegt sich mein diesbezüglicher
Verständnisanspruch heute in einem Zwischenbereich
zwischen sehr vereinfachenden populären Darstellungen und
mathematisch-abstrakten Fachdarstellungen auf aktuellem Niveau. Nach meinem
Eindruck wird ein solcher „mittlerer Anspruch“ des Verständnisses in der
Literatur nicht allzu häufig bedient. Am ehesten noch im Internet.
Hier sehe ich einen Sinn zur
Weiterführung auch meiner Webseite!
Motiviert dazu wurde ich auch durch viele Gespräche innerhalb meines
Verwandten- Freundes- Kollegen- und Bekanntenkreises, und durch viele dort
gestellte Fragen, deren Beantwortung oder deren gegenwärtige Unbeantwortbarkeit
ich gerne in verschiedenen Zusammenhängen ausformulieren möchte.
Bei der Bedienung des erwähnte „mittleren“ Verständnisanspruches sollte es
sich sowohl um Themen der atmosphärischen Physik als auch der genannten
anderen physikalischen Gebiete handeln. Momentan hat meine Webseite noch ein
Übergewicht an atmosphärischen Themen. Das liegt daran, dass ich im Ruhestand
nun doch noch einige Vorträge zu diesen Themen gehalten habe, und diese auch zuerst
für meine Webseite aufbereitet habe / aufbereite. Früher gehaltene Fachvorträge
sollen folgen, nachdem ich sie für den „mittleren“ Verständnisanspruch umformuliert
habe.
Im zweiten, nichtmeteorologischen Fall ist ein popularisieren meines
eigenen Kenntnisstandes kein Problem (sozusagen gar nicht nötig). Zwar höre ich inzwischen auch wieder
diesbezügliche Fachvorlesungen (nach insgesamt
5220 gehaltenen akademischen Vorlesungsstunden, wie ich einmal
rekonstruiert habe), aber nach so langer Pause bin ich auch auf ergänzende populäre
Darstellungen angewiesen. Ich glaube aber, dass man mit entsprechendem
physikalischem Vorwissen populäre Darstellungen anders aufnimmt als die eigentliche
Zielgruppe. Es stellen sich häufig Verknüpfungen ein, an die der Autor im
Augenblick des Schreibens vielleicht selbst nicht dachte. In diesem Sinne läuft
meine Planung nicht darauf hinaus, einfach Exzerpte von Gelesenem ins Netz zu
stellen, sondern meine individuelle Sicht und Zusammenschau auf diese Themen
darzustellen. Aber das zieht sich noch hin, denn naturgemäß meldet sich immer
wieder die Unsicherheit des noch Lernenden zu Wort und rät zu nochmaligem
Überdenken dessen, was man öffentlich zum Besten geben möchte.